Die Bergelfe



Alle einhundert Jahre wurde im Elfenland die schönste unter den Schönen zur Jahrhundertkönigin gewählt, und bald sollte dieses große Ereignis stattfinden.
Alle Elfenmädchen, die meinten hübsch genug zu sein, um diesen Platz einzunehmen, schmückten ihr Haar mit Blumen zogen sich ihr schönstes Gewand an und säuberten ihre feinen Flügel. Dann war es soweit. Eine nach der anderen stellte sich zur Wahl und wartete dann voller Ungeduld auf die Entscheidung des Ältestenrates. Auch Hildegunde, eine Elfe, die schöner nicht sein konnte, mit kastanienbraunem Haar, Augen so sanft wie ein Reh und einen Mund so rot wie die Abendsonne aber ein Herz aus Stein, hatte sich zur Wahl gestellt. Sie war sich sicher, dass sie die Auserwählte sein würde, deshalb hatte sie auch keine Angst vor der weiteren Konkurrenz.
Endlich, nach beinahe endlosem Warten, wurde der Name der Siegerin verkündet. Der Älteste des Rates erhob sich und verkündete mit freudiger Stimme: „Für das nächste Jahrhundert wird unsere neue Königin sein............... die Elfe Maxima“.
Hildegunde stand da wie versteinert. Sie glaubte ihr Herz hätte aufgehört zu schlagen. Sie, die schönste unter aller Elfen, sollte nicht Königin werden? Sie konnte es nicht glauben, deshalb stellte sie empört den Rat zur Rede.
„Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu“ ereiferte sie sich „habt ihr nicht genau hingesehen, seid ihr alle blind, habt ihr nicht bemerkt, dass ich die Schönste bin?“
Sie bekam freundlich aber dennoch ermahnend zur Antwort: „Sicherlich bist du die Schönste hier, aber allein das Äußere galt hier nicht als Maßstab, sondern es wurde auch die Schönheit des Herzens beurteilt“.
Das war zuviel für Hildegunde.
Total außer sich vor Wut und mit den drohenden Worten: „Schönheit des Herzens, lächerlich, ich werde euch zeigen, zu was mein Herz alles in der Lage ist“, verließ sie die Veranstaltung.
Der Ruf der Elfen unter den Menschen und Tieren war, dass sie liebenswert und hilfreich sind, und genau diese tausendjährige Erfahrung wollte sie nun zerstören. Sie wollte erreichen, dass die Menschen alle Elfen so sehr hassten, dass es kein Miteinander mehr geben sollte. Hildegunde sammelte alle ihre Zauberkräfte zusammen und setzte ihre teuflischen Pläne einen nach dem anderen in die Tat um.
Zuerst setzte sie den Wald in Brand und brachte damit die Holzfäller im Dorf und ihre Familien um Lohn und Brot und das Wild um dessen Behausungen. Dann ließ sie das Meer über die Ufer treten und zerstörte damit all die kleinen Häuser, Ställe und Scheunen der Menschen. Aber sie hatte immer noch nicht genug. Ihr nächster und grausamster Racheplan wurde ihr dann selbst auch zum Verhängnis.
Als sie den klaren See, an dem die Kinder immer so gerne spielten und badeten, zum kochen brachte und damit alle Fische, die darin schwammen und alles andere Getier tötete, fällte der Ältestenrat eine schwerwiegende Entscheidung. Hildegunde musste ein für alle Mal Einhalt geboten werden.
„Auch wenn sie eine von uns ist und uns es nicht zusteht über andere zu richten, müssen wir die Menschen und vor allem Hildegunde vor sich selbst schützen“, beschloss der Rat und verurteilte die Elfe den Rest ihres Lebens im eisernen Berg, der mitten im Meer stand, für immer eingeschlossen, einsam und allein zu verbringen.
Die Elfe nahm das Urteil mit versteinerter Miene an. Willig ließ sie sich ihre Flügel abnehmen und zu ihrem eisernen Verließ geleiten.
Als man sie dort eingeschlossen hatte, verriegelte der Rat den Berg und überließ Hildegunde ihrem wohlverdienten Schicksal.
Viele Jahre sind seitdem vergangen. Im Land der Elfen kehrte wieder Ruhe und Frieden ein. Der Wald wuchs langsam nach und bot den Tieren, die dort lebten, wieder Schutz und Unterschlupf, und die Menschen hatten ihre durch das Wasser vernichteten Häuser neu aufgebaut, und viele Generationen sind nachgekommen.
Nur ein kleines Fischerdorf ist seit Jahren nicht mehr zur Ruhe gekommen, denn die Hand des Todes hatte die Einwohner fest im Griff.

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Jedes Mal, wenn die tapferen Männer zum Fischfang hinaus auf das offene Meer fuhren, kamen weniger von ihnen zurück als erwartet. Immer wieder mussten Frauen um ihre Männer und Mütter um ihre Söhne trauern und weinen. Sie hatten keine Erklärung dafür, was auf dem Meer geschah, ihre geliebten Menschen blieben für immer verschollen.
Abends, wenn der Mond am Himmel stand, trafen sich die Frauen, ganz in schwarz gekleidet, am Strand, zündeten kleine Feuer an und schauten mit verweinten Augen auf das offene Meer hinaus. Die Hoffnung auf die Rückkehr der Verschollenen wollten sie nicht aufgeben, aber für keine von ihnen wurde dieser Wunsch erfüllt.
Als Michel, der selbst den Verlust seines Vaters und älteren Bruders beklagte, siebzehn Jahre alt wurde, sagte er zu seiner Mutter Maria: „Mutter, ich fahre morgen früh hinaus auf das Meer, um Fische zu fangen. Jahre sind nun vergangen, als Vater nicht mehr heimkam und viele Monate, als meine Bruder auf dem Meer zurückblieb. Irgendjemand muss für dich sorgen. Außerdem bin ich nun selbst ein Mann und kann mich schützen vor jeder Gefahr, die auf mich wartet“.
Maria fing an zu weinen und wollte ihren Sohn nicht ziehen lassen. Der aber ließ sich von seinem Vorhaben nicht abbringen und bereitete sein Fischerboot auf die Fahrt vor. Er faltete sein Netz und überprüfte, ob Segel und Paddel keine schadhaften Stellen hatten. Nachdem er auch kein kleinstes Leck entdecken konnte, befand er alles für ordnungsgemäß, ging zurück zum Haus, legte sich in sein Bett und schlief auch sofort ein.
Als der Morgen graute, schlich er sich aus dem Haus, ohne sich von Maria zu verabschieden, und eilte zu seinem Boot. Minuten später befand er sich schon auf dem Meer, weit entfernt von dem Land und von seiner Mutter.
Das Meer war glatt und ruhig, nicht eine Welle kam auf. Man hätte meinen können, es läge auf der Lauer und wäre zu jeder Zeit zu einem Sprung bereit.
Mit Schaudern musste Michel an das Schicksal von seinem Bruder und Vater denken. „Was war damals nur geschehen“ ging es ihm durch den Kopf, er verwarf aber schnell diesen Gedanken, konzentrierte sich wieder auf seine Arbeit und ruderte noch weiter hinaus. Dann warf er sein Netz aus und wartete ab.
Eine leise liebliche Melodie erfüllte die Luft. Michel war so fasziniert von diesen Klängen, dass er nicht mehr vom Zuhören ablassen konnte und dabei langsam in einen tiefen Schlaf fiel.
Als er erwachte, war es Nacht. Hell stand der Mond am Himmel, und das Wasser war unruhig. Die Wellen trugen ihn schnell immer schneller hinaus aufs offene Meer, bis er in der Ferne über dem Wasserspiegel ein helles, funkelndes Licht erblickte.
Michel nahm seine Ruder in die Hand und paddelte neugierig auf die Lichterscheinung zu und erkannte ein wunderschönes, lächelndes Gesicht mit gütigen Augen. „Das muss eine Göttin sein“ dachte sich der junge Mann. Sein Herz schlug ihm vor Angst bis zum Hals, und obwohl ihm eine innere Stimme zur
Rückkehr riet, lenkte er sein Fischerboot wie unter einem Zwang direkt auf die Erscheinung zu.

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Und wieder erklang die Melodie, aber dieses Mal hörte er auch eine sanfte Stimme rufen: „Komm her, komm her zu mir!“
Kaum hatte er sein Ziel erreicht, verwandelten sich die liebevollen Augen der Schönen in einen zornig hasserfüllten Blick, und ehe Michel bemerkte was geschah, hob ihn eine haushohe Welle in die Höhe und schleuderte das Boot mit dem jungen Mann gegen eine Felswand, wo es zerschellte.
Dann erlosch das Licht, die Erscheinung verschwand, und übrig von dem Zauber blieb ein eiserner, schwarzer Berg, umgeben vom kalten Meer.
Michel kam nie wieder zurück zu seiner Mutter.
Und wieder standen die schwarzgekleideten, trauernden Frauen und Mütter am Strand. Wieder waren kleine Feuerstellen entfacht, und wieder war das Meer glatt und ruhig.
Marias Blick war starr und leer. Nun wurde ihr auch noch das Letzte, was sie besaß, genommen, und dass sie ihren Sohn zum Abschied nicht noch einmal in ihre Arme schließen konnte, wollte ihr Herz nicht überwinden. Sie konnte nicht einmal mehr weinen.
Voller Verzweiflung schaute sie hinaus aufs Meer und erstarrte für einen Moment. Sah sie da nicht ein Schiff? Ein großes, weißes Segelschiff?
Auch die anderen Frauen wurden unruhig und liefen aufgeregt den Strand entlang.
Weit draußen fuhr tatsächlich ein stolzes Segelschiff an ihnen vorbei.
„Halt, nicht weiterfahren“ riefen die Frauen „ihr steuert direkt in euren Tod hinein“, aber alle ihre Schreie konnten von der Besatzung nicht gehört werden, denn sie waren zu weit weg, und was die Frauen nicht ahnen konnten, alle Anwesenden auf dem Schiff schliefen tief und fest, denn sie hatten die Melodie der Lüfte gehört.
Dann verschwand es am Horizont, und die Frauen verließen noch trauriger den Strand, als sie gekommen waren. Nur Maria setzte sich müde auf einen Stein und verharrte dort die ganze Nacht.
Als die Besatzung auf dem weißen Schiff erwachte, sahen sie den strahlenden Mond und das herrliche glitzernde Licht über dem Wasser. Als sie diesem näher kamen, erkannten sie auch das schöne Gesicht und hörten die liebliche Stimme rufen: „Kommt her, kommt her zu mir!“
Der Kapitän gab den Befehl: „Volle Fahrt voraus“, und das Schiff näherte sich der Gestalt mit hoher Geschwindigkeit.
Doch bevor es sein Ziel erreichte und somit alle in den sicheren Tod fuhren geschah das Wunder.
Langsam ganz langsam schob sich der Schatten der Erde vor den Mond und verdunkelte ihn. Und je dunkler der Mond wurde, umso schwächer wurde auch das Abbild der Lichtgestalt. Als es nun bis zur völligen Mondfinsternis kam und alles stockfinster war, erlosch auch das Glitzern und das Gesicht der Schönen und somit auch ihre Macht.
Da erkannte die Besatzung die Gefahr, in der sie sich befand, denn sie fuhren direkt mit voller Fahrt auf den aus dem Meer ragenden riesigen schwarzen Berg zu.
„Maschinen stopp und wenden“ schrie der Kapitän kreideweiß und nochmals: „wenden, wenden!“
Gerade noch in letzter Sekunde gelang es der Mannschaft das Ruder herumzureißen und das Schiff zu wenden. Somit konnten sie den rettenden Fluchtweg ergreifen, denn die Mondfinsternis dauerte nur wenige Minuten.
Als der Mond wieder hell und klar am Himmel leuchtete, entflammte auch das Leuchten über dem Wasserspiegel, aber das Böse hatte nun keine Macht mehr über Schiff und Besatzung, denn sie hatten sich zu weit von dem todbringenden Berg entfernt.
Noch in Angst und Panik erteilte der Kapitän der erschöpften Mannschaft den Befehl den ersten Hafen anzulaufen und sei er noch so klein. Alle sollten sicheres Land unter ihren Füßen fühlen und den Schrecken mit einem guten Schluck Whisky herunterspülen.
Maria saß noch immer auf ihrem Stein. Die Morgensonne erschien schon am Horizont, als sie sich langsam erhob und nun auch endlich den Heimweg antreten wollte.

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Noch einmal schaute sie aufs Meer und zwinkerte mit den Augen. War sie übermüdet, oder sah sie wirklich dort in der Ferne das weiße Segelschiff, dem die Frauen gestern Abend zuriefen?
Nein ihre Augen spielten ihr keinen Streich. Das riesige Schiff steuerte direkt ihren kleinen Dorfhafen an.
Schnell eilte sie zur Dorfkirche und läutete mit letzter Kraft die Turmglocke.
Alle Bewohner eilten herbei, und als sie erfuhren, dass ein Schiff in ihrem Hafen einläuft, rannten alle so schnell sie konnten zum Strand.
Majestätisch lag das Segelschiff vor Anker. Die Mannschaft wurde von den Wartenden freudig bejubelt und begrüßt, denn alle erhofften sich eine Antwort darauf, ob sie etwas von ihren Lieben wüssten oder über deren Verbleib berichten konnten.
Als der Kapitän von der schönen Lichtgestalt mitten im Meer, von der sanften Melodie und dem großen, schwarzen Eisenberg berichtete, und dass sie alle ihr Leben einer Mondfinsternis zu verdanken haben, schauten sich die Frauen nur fragend und enttäuscht an. Keiner erkannte einen Sinn darin, was das mit dem Verschwinden ihrer Männer und Söhne zu tun haben könnte.
Doch Maria, die eine innere Unruhe trieb, hatte eine Idee. Hatte sie nicht einst von einem alten, weisen Mann mit magischen Zauberkräften im Nachbardorf gehört? Sie wollte sofort zu ihm eilen und von den Erlebnissen der Schiffsmannschaft berichten. Vielleicht wusste er ja einen Rat.
Schnell machte sie sich auf den Weg, um den Weisen aufzusuchen.
Er empfing sie freundlich mit den Worten: „Ich sehe dein Leid in deinen Augen, mein Kind. Berichte mir von deinem Kummer, und ich werde versuchen, dir zu helfen“.
Als Maria ihm alles erzählt hatte, strich er langsam und behäbig über seinen schneeweißen Bart und überlegte lange. Seine Augenbrauen vertieften sich zu einem düsteren und finstern Blick, dass es Maria Angst und Bange wurde.
„Hildegunde“ murmelte der Alte „Hildegunde hat euch das alles angetan. Eine alte Sage sagt, dass einst eine böse und grausame Elfe der Menschen größter Feind war. Dass man sie zur Verdammnis in einen Berg, der sich mitten im Meer befinden soll, einschloss, den aber bis heute noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Und die, die ihn gesehen haben, sind heute tot. Ich hätte nie gedacht, dass sich diese Sage bewahrheitet. So soll sie zum wiederholten Male ihre gerechte Strafe erhalten“.

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Der Alte stand auf und reichte Maria ein kleines Säckchen mit Saatgut.
„Nimm diese Saat und bitte den Kapitän abermals zum eisernen Berg zu fahren.
Aber er soll auf der Hut sein. Er soll des nachts seine Fahrt antreten, damit er am Tag sein Ziel erreicht. So kann ihm und seiner Mannschaft nichts geschehen, denn die Elfe kann sich nur in der Dunkelheit bei hellem Mondschein mit all ihrer Zauberkraft zeigen. Wenn sie dort angekommen sind, sollen sie den Inhalt dieses Säckchens ins Meer schütten und sofort umkehren. In wenigen Tagen wird dann das Grauen ein Ende haben, und ihr werdet euren Frieden wieder finden“.
Maria bedankte sich bei dem weisen Mann und eilte so schnell sie konnte zurück in ihr Dorf.
Als sie dem Kapitän von dem alten Mann und seinen Anweisungen erzählte, zögerte dieser zuerst. Aber als er in all die traurigen Gesichter der Frauen sah, nahm er sich ein Herz und all seinen Mut zusammen und trat seine Fahrt ins Grauen noch einmal an.
Am selben Abend stach er mit seinen Männern noch einmal in See in Richtung des Berges. Die ganze Nacht hindurch. Kaum waren sie dort angekommen, wurde das Meer unruhig. Aber dieses Mal hörten sie keine Melodie und sahen auch, wie es der alte Mann vorhergesehen hatte, keine Lichtgestalt, nur die helle Morgensonne. Die Wellen schlugen mit gewaltiger Kraft gegen den Berg, dass sich ein dichter hässlicher Schaum bildete.
Der Kapitän beugte sich über das Schiffsgeländer und leerte sein Säckchen mit der Saat, das ihm Maria übergeben hatte. Danach befahl er sofort das Schiff zu wenden und zum Hafen zurückzukehren.
Kaum waren sie dort angekommen, tobte ein heftiger Sturm über dem Meer. Ein Geheule und Getöse mit Hagelkörnern so groß wie Hühnereier fegte über das Land. Die Dorfbewohner und ihre Gäste mussten sich Watte in die Ohren stopfen, um von dem Lärm nicht wahnsinnig zu werden. Dann, nach einigen Tagen, war auf einmal alles still. Totenstill.
Was war geschehen?
Als die Saat, die der Kapitän ins Meer schüttete, mit dem Wasser in Berührung kam, ging sie sofort auf, und die Wellen spülten sie an den Fuß des Berges. Dort angekommen, umschlangen ihre starken Zauberwurzeln das eiserne Bergmetall, und aus ihnen wuchsen Bäume so dick, dass man 100 Menschen brauchte, um ihren Umfang messen zu können, und ihre Höhe gelangte bis hin zu den Wolken. Und jeder gewachsene Baum vermehrte sich in Windeseile um das tausendfache, so dass es nur wenige Tage brauchte, um den Berg in einen riesigen Urwald zu verwandeln. Doch das war nicht alles. Die Bäume waren so schwer, dass der Berg die Last nicht mehr tragen konnte, und er Stück für Stück in das Meer versank, bis zum Schluss nichts mehr von ihm zu sehen war.
Das war nun das endgültige Ende des Berges und der grausamen Hildegunde.

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Im Dorf hatte man von der Tragödie draußen auf dem Meer nichts mitbekommen oder gesehen, aber man ahnte, ja man war sich sicher, dass nun kein weiteres Unheil mehr zu befürchten war.
Allen war nun leichter ums Herz, die nachkommende Generation war nun nicht mehr gefährdet, und ihre Kinder konnten später einmal wieder als Fischer arbeiten, ohne dass ihre Angehörigen Angst um sie haben mussten.
Am nächsten Morgen verabschiedete die ganze Dorfgemeinschaft ihre Retter den Kapitän mit seiner tapferen Mannschaft auf ihrem stolzen Segelschiff.
Mit weißen Tüchern winkend standen sie am Strand, während sich das Schiff weiter von ihnen entfernte und dann am Horizont für immer verschwand.
Trotzdem traten alle traurig ihren Heimweg an, denn den Verlust ihrer lieben Menschen konnten sie nicht vergessen.
Maria drehte sich noch einmal wehmütig um und schaute ein letztes Mal aufs Meer.
Aber sie konnte ihren Blick nicht abwenden. Sie kniff Ihre Augen zusammen, um besser sehen zu können, dann stieß sie einen schrillen Schrei aus.
Auf dem Meer sah sie viele kleine Punkte, die, so schien ihr es, langsam immer größer wurden.
„Was ist das“ schrie sie so laut, dass die anderen noch einmal zurückkehrten, um zu sehen, was Maria meinte.
Als die Frauen auch die Erscheinungen am Horizont sahen, brachen einige zusammen, andere umarmten sich weinend, und weitere liefen ins Wasser, den kleinen Booten entgegen.
Ein lautes Hupkonzert ertönte über dem Meer, und einhundertsechsundachtzig kleine Fischerbote mit freudig winkenden Vätern und Söhnen liefen im Heimathafen ein. Allen voran Marias jüngster Sohn Michel.
Die böse Elfe Hildegunde, die als einzige nun tot und immer noch eingeschlossen in ihrem eisernen Berg lag, hatte zwar die Macht den Menschen zu schaden, aber sie hatte keine Macht einen Menschen zu töten, deshalb war der leidvolle und grausame Zauber mit ihrem Tode aufgehoben, und all diese vielen Menschen wurden wieder glücklich vereint.
Wie groß die Freude darüber war, brauche ich wohl nicht hier weiter nicht zu erzählen.
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Ende
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Copyright: GiTo

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